Die Herz Raten Variabilität HRV

Die Analyse der HRV wird in klassischer Weise in drei Grafiken dargestellt: dem Rhythmogramm, dem Histiogramm und dem Streudiagramm.

Bereits in der alten chinesischen Medizin war bekannt, dass ein Mensch sterben wird, wenn das Herz seine Regulationsfähigkeit verloren hat. Regulation ist demnach die grundsätzliche Voraussetzung für Gesundheit und Wohlbefinden. Ohne ausreichende Regulation können die Organsysteme ihre Funktion nicht aufrecht erhalten, es kommt zu Funktionsstörungen und nachfolgend zu Erkrankungen.
Nach Herzinfarkt, Schlaganfall und bei chronischen Erkrankungen ist die vegetative Regulation eingeschränkt oder blockiert. Von burn-out über Depression bis hin zum metabolischen Syndrom können die Ursachen in einer Dysbalance vegetativer Funktionen nachgewiesen werden.
Der wichtigste Parameter bei solchen Funktionsstörungen ist die Variabilität der Herzfrequenz als Ausdruck der Regulations- fähigkeit. Die Herzfrequenzvariabilität ist der wichtigste Parameter zur exakten Beurteilung der funktionalen Vitalität, von Gesundheit und Wohlbefinden.
Gesundheit, Lebensfreude, Wohlbefinden und funktionale Vitalität stehen in einem sehr engen Zusammenhang mit den Re- gulationsvorgängen im System der Grund- regulation. Alle Energieaustausch- prozesse auf biologischer und informationeller Ebene sind daher abhängig von Regulation, Regelbreite und Adaptionsverhalten im vegetativen Nervensystem. Selbstheilungs- kräfte über das Immunsystem und die Selbstheilungskräfte der Seele können nur in einer parasympathischen Tonuslage aktiviert werden. Regenerierende Entspannung ist nur in einer Einheit von Körper und Seele wirkungsvoll. Hieraus leiten sich wichtige Aspekte für Gesundheitsprävention und Medical Wellness ab.

Rhythmogramm: Die horizontale Achse stellt die Zeitachse dar, das heißt die Länge des Untersuchungszeitraumes. Für jeden Herzschlag wird ein senkrechter Strich auf der horizontalen Achse gezeichnet. Die Höhe des Striches wird durch die Dauer des jeweiligen Herzschlages bestimmt. Somit wird auf der senkrechten Achse die Dauer der einzelnen Herzschläge abgetragen. Das obere Ende der einzelnen Herzschläge ergibt nun die Kontur einer Kurve. Schwingt das biologische System und weist damit eine altersabhängige Regelbreite auf, so weist die Schwingung eine unregelmäßige Kontur auf. Dominiert der Sympathikus und wird die Regulationsfähigkeit reduziert, so sind alle Säulen fast identisch hoch und die Kontur der Kurve ergibt einen nahezu waagerechten Strich. Das System ist in einer Regelstarre.

Die Heart Rate Variability (HRV) ist eine optimale Methode zur Beurteilung der Bioregulation (der vegetativen Regulation). Sie ist äußerst einfach hinsichtlich des Informationsgewinnes, da sie lediglich ein EKG benötigt. Aus diesem werden dann die aufeinander folgenden Kardiointervalle analysiert. Trotz der simplen Datengewinnung ermöglich die HRV umfangreiche Daten über den Zustand der vegetativen Regulation und die Aktivität der verschiedenen Steuerungsebenen.

Das Histogramm (c) ergibt sich aus dem EKG (a) und dem Intervall-Tachogramm, einer Serie von Blutdruck- Intervallen) (b). Die horizontale Achse wird in bestimmte Bereiche aufgeteilt. Jeder Bereich entspricht einer bestimmten Herzschlaglänge (zum Beispiel einer Länge von 0,40–0,45 Sekunden bzw. einer Länge von 0,45–0,50 Sekunden usw.). Auf der senkrechten Achse wird nun abgetragen, wie viel Prozent der Herzschläge des Untersuchungs- zeitraumes im entsprechenden Bereich liegen. Bei einer guten Regulation findet sich im mittleren Bereich der horizontalen Achse eine Gaußverteilung (normale kontinuierliche Verteilung) der Säulen. Bei einer stressbedingten Einschränkung der Regelbreite wandern die Säulen in den linken Bereich der Grafik, zumeist finden sich nur 2–3 Bereiche, in denen die Herzschläge liegen. Die harmonische Gaußverteilung ist aufgehoben (s. Auswertung).

Streudiagramm: Sowohl auf der horizontalen als auch auf der senkrechten Achse wird die Dauer jedes Herzschlages abgetragen, das heißt, ein Schlag wird auf der horizontalen Achse abgetragen, der nächste dann auf der senkrechten, dann wieder auf der horizontalen usw. Bei einer guten Regulationsbreite, das heißt unterschiedlich langen Herzschlägen, ergibt sich eine Punktwolke in Ellipsenform. Eine Regelstarre und eine sympathische Dominanz führen zu nahezu identisch langen Herzschlägen. Die Punktwolke wandert diagonal in die linke untere Diagrammecke. Die Form ist kreisförmig und konzentriert sich fast auf einen Punkt ( s. Auswertung).

Wer misst die Herzfrequenzvariabilität?

Bisher bieten nur einige private Kliniken und wenige klassische Kliniken die Untersuchung der Herzfrequenzvariabilität ein. Die hierfür benötigten Messgeräte werden von verschiedenen Firmen hergestellt. Beispiele für Kliniken, an die sich Interessierte wenden können: Uniklinikum Erlangen, Uniklinik Dresden oder New York University.